Rum: Ein Leitfaden in die Welt dieser faszinirenden Spirituose

Einer der beliebtesten Spirituosen der Welt ist Rum. Wenn man jemals einen Rum-Cocktail genossen hat, hat man sich vielleicht gefragt, woraus Rum besteht oder wie er hergestellt wird.

Wir wissen, dass Scotch nur an einem Ort produziert wird: Schottland. Wir wissen, dass Tequila nur an einem Ort produziert wird: in der Region Tequila in Mexiko. Cognac kann nur in der französischen Region Cognac hergestellt werden. Tennessee Whiskey nur in…dreimal darfst du raten…Die meisten Spirituosen sind an eine bestimmte Region und Produktionsstil gebunden. Rum ist anders.

 

Die Herstellung: Woraus besteht Rum?

Auf den Punkt gebracht lautet die Antwort: Rum wird aus Zucker hergestellt. Um etwas spezifischer zu sein, wird Rum entweder aus Rohrzucker oder den Nebenprodukten von Rohrzucker, wie Melasse und Zuckerohrsaft hergestellt. Er wird dann fermentiert, destilliert und in Eichenfässern gereift. Andere Zutaten werden manchmal hinzugefügt, um eine breitere Palette von Aromen zu schaffen, wie z.B. karamellisierter Zucker, Fruchtextrakte und Gewürze.

Ein Bisschen Geschichte muss sein

Der Handel mit Rum war von Anfang die Quelle von Spannungen zwischen vielen Ländern. Als einer der wichtigsten Spirituosen der Welt, wird die Geschichte des Rums von den Mythen der Piraterie, der Karibik und der Sklaverei geprägt.

Der früheste bekannte Hinweis auf einen Rum-ähnlichen Schnaps stammt von Marco Polo, der in einem Brief von einem “sehr guten Zuckerwein” schrieb, der ihm im Nahen Osten angeboten worden war. Die ersten echten Rums wurden in der Karibik während des frühen 17. Jahrhunderts hergestellt. Barbados wird von vielen als Geburtsort der Spirituose gehalten, obwohl die karibischen Rums am Anfang für ihre geringe Qualität und ihren feurigen Geschmack bekannt wurden.

Niemand weiß wirklich, woher das Wort “Rum” stammt. Einige behaupten, es sei eine amerikanische Abkürzung des Worts “Rumbullion” (Aufruhr, Tumult). Andere haben das Wort britischer Slang, Zigeunerdialekte und das alte niederländische Wort für Trinkgläser “Rummer” zugeschrieben, aber niemand weiß es genau.

Rumsorten

Weißer Rum (oder “Silver”)

Hat in der Regel einen milderen Geschmack und helleren Körper als Gold oder dunkle Rums. Diese leichte Art von Rum wird am häufigsten verwendet um Cocktails herzustellen (Cuba Libre, Daiquiri, Mojito und Piña Colada).

Dunkler Rum

Er kann goldfarben, rot, braun oder sogar schwarz sein. Die dunkle Farbe ist das Ergebnis hoher Melasse- und/oder karamellisierter Zuckeranteile, kann aber auch durch die Verwendung von stark verkohlten Fässern während des Alterungsprozesses verursacht werden. Dunkle Rums sind die bevorzugten der Rumfamilie.

 

Navy Rum

Bezieht sich auf die traditionellen dunklen und vollmundigen Rums, die mit der britischen Royal Navy in Verbindung gebracht werden. Die Royal Navy war berühmt für ihren Brauch, den Matrosen eine tägliche Ration Rum zur Verfügung zu stellen, und das bereits 1655, als die britische Flotte die Insel Jamaika eroberte. Rum reiste an Bord von Schiffen viel besser als französischer Schnaps. In der Tat, wo Wein- und Schnaps auf Traubenbasis in der Hitze der Tropen schließlich schlecht liefen, schien der Rum sich sogar zu verbessern, als er in den Fässern an Bord des Schiffes reifte.

Premium Aged Rum

Viele feine Rums werden jahrelang in Eichenfässern gereift, um ein überlegenes Geschmacksprofil zu erreichen. Das Zusammenspiel von Alkohol und Holz wirkt sich positiv auf die subtilen Aromen des Rums aus. Diese älteren, reiferen Rums, die in spanischen Territorien oft als “Añejo” bezeichnet werden, werden oft wie ein feiner Cognac oder Single Malt Scotch pur genossen. Darüber hinaus erfordern viele Cocktailrezepte die Einbeziehung dieser würzigen und reichhaltigen Rumsorten.

Overproof Rum

Rumsorten, die höhere Alkoholkonzentrationen enthalten (40% – 50%vol.), werden oft als Overproof bezeichnet und werden wird hauptsächlich zum Mixen von Cocktails verwendet.

Flavored and Spiced Rum  (aromatisierter und gewürzter Rum)

Das Aroma von Rum durch Zugabe von Gewürzen und Aromen während der Destillation wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts populär. Kokos-Rum ist die beliebteste und ältere Sorte davon. Als „Spiced“ bezeichnet man jede Art von Rum, dessen zusätzlichen Geschmack durch natürliche Kräuter und Gewürze verstärkt wird. Diese Gewürze reichen von Zimt und schwarzem Pfeffer bis hin zu Rosmarin oder Anis.

Cachaça

Der brasilianische Rum unterscheidet sich von anderen, weil statt Melasse reinen Zuckerrohrsaft im Destillationsprozess verwendet wird. Laut Gesetz muss Cachaça in Brasilien produziert werden und ist einer der süßesten Rums. Viele Menschen – vor allem die Brasilianer – lassen ihn nicht gerne als Rum kategorisieren. Stattdessen wird er oft als eine einzigartige destillierte Spirituose betrachtet. Der berühmteste Cachaça-Cocktail ist der Caipirinha, Brasiliens Nationalgetränk.

Rhum Agricole

Ähnlich wie Cachaça wird Rhum Agricole (Rum landwirtschaftlicher Herstellung) auch aus reinem Zuckerrohrsaft destilliert. Während Rum in der Regel keine strengen Vorschriften für seine Produktion hat, ist Rhum Agricole eine Ausnahme. Rhum Agricole muss in den französischen Gebieten, am häufigsten auf der Insel Martinique hergestellt werden, und es wird von einem AOC (appellation d’origine controllée) ähnlich wie Cognac regiert. Das Zuckerrohr darf nur in der Trockenzeit geerntet und der Saft muss innerhalb von drei Tagen extrahiert werden. Rhum Agricole ist bekannt für seinen grasigen, süßen Geschmack, weil Zuckerrohr ein Gras ist. Die Reinheit des Saftes verleiht diesem Rum einen besonderen Geschmack.


                       Das kleine 3 x 3 der Rumcocktails 

Drei Rezepte für Einsteiger: Drei-Zutaten-Cocktails, mit denen man mit minimalem Aufwand als Hobby-Bartender glänzen kann

♦ Vietnamesischer Eiskaffee – hier kann Starbucks nicht mithalten

60ml gewürzter Rum (z.B. Spirit of Old Man Spiced Orange)
300ml kalter Kaffee
30ml gesüßte Kondensmilch

Alle Zutaten in einen Shaker mit mehreren Eiswürfeln geben und 15-20 Sekunden lang kräftig schütteln, bis der Shaker anfängt zu frosten. In ein hohes Glas mit neuen Eiswürfeln servieren. Optional: Mit einer Kaffeebohne garnieren.

Erdbeer Daiquiri – Im Grunde genommen, ein Smoothie

150g tiefgekühlte Erdbeeren
30ml Limettensaft
60ml weißer Rum (z.B. Ron Brugal Blanco Supremo)

Alle Zutaten in einen Mixer geben und auf hoher Stufe gut verblenden. In ein Cocktailglas geben und sofort servieren.

 

♦ Dark ‘n Stormy – Das Sodagetränk für Erwachsene 

120 ml Ingwerbier
60 ml dunkler Rum (z.B. Ron Cubaney Añejo Especial)
1 Limette

Ingwerbier und Rum in ein hohes Glas vermischen und mit einer Limettenscheibe garnieren.

 

 

Noch mehr Rum-Cocktail Rezepte findet ihr hier bei uns im MAGAZIN:

 

 


 

Ostern in Lateinamerika – Traditionen und Gebräuche

Die Osterwoche wird in Lateinamerika „Semana Santa“ genannt (die heilige Woche). Sie feiert die letzten Tage des Lebens Christi, seine Kreuzigung und Auferstehung sowie das Ende der Fastenzeit. Die Semana Santa ist mit einer Reihe von Feierlichkeiten geprägt, die von streng religiösen über heidnisch bis kommerziell reichen. Hier ein Überblick der Sitten und Gebräuche der Osterfeierlichkeiten in Lateinamerika für Euch:

Peru

Obwohl es üblich ist, während der Semana Santa jeden Tag in Peru  in die Kirche zu gehen, sind einige Tage besonders wichtig. Am Gründonnerstag wird die Geschichte bei den Feierlichkeiten in Cusco wieder lebendig: Es findet eine Prozession statt, um an ein Erdbeben im Jahr 1650 zu erinnern. Die Prozession endet an der Kathedrale der Stadt, da es das einzige Gebäude war, das von diesem verheerenden Erdbeben nicht zerstört wurde.

La Catedral de Cusco

Selbstverständlich gibt es auch in Peru typische Oster-Gerichte. Am Karfreitag darf im katholischen Peru kein Fleisch konsumiert werden. An diesem strengen Fastentag wird traditionell „Chupe de Viernes Santo“, eine Suppe aus Fisch, Kartoffeln und Gemüse gekocht. (Rezept bei uns hier im Magazin).

Venezuela

In der Hauptstadt Caracas ist es Tradition, eine Puppe oder Figur aus Pappe zu verbrennen. Ursprünglich war es das Bildnis von Christus Verräter, Judas Ischariot. Heutzutage haben die Puppen das Gesicht des Teufels, eines ziemlich unpopulären Politikers oder eines anderen ungeliebten Zeitgenossen. Die Zeremonie heißt aber immer noch “die Verbrennung von Judas”.

Die Figur wird durch die Straßen getragen und schließlich von einer jubelnden Menschenmenge verbrannt. In vielen anderen Regionen Lateinamerikas wird dies am Neujahrstag getan, um das neue Jahr von schlechter Energie zu befreien.

La Quema del Judas

Kolumbien

In Popayan, bekannt als „weiße Stadt“ ist Ostern eine Zeit, um die Kunst zu feiern. Zusätzlich zu der jährlichen Osterparade gibt es auch viele Kunstausstellungen und Veranstaltungen.

Ciudad de Popayan

Brasilien

Ostern ist eine wichtige Zeit in Brasilien und die Feierlichkeiten variieren von Region zu Region. Eine der beliebtesten Traditionen ist es, die Straßen mit Teppichen zu bedecken und sie dann mit Blumen und gefärbten Sägemehl in schönen Mustern und Designs zu dekorieren.

Tapetes de flores, areia e serragem

Etwas gibt es an Ostern in Brasilien, das es in den anderen südamerikanischen Ländern (von Argentinien abgesehen) nicht gibt: Osterhasen, Schokoladenostereier und das Osterlamm. Diese Gebräuche, die mittlerweile fast im ganzen Land verbreitet sind, haben Brasilien und Argentinien den deutschen Einwanderern zu verdanken.

Mexiko

In Mexiko ist fast die gesamte Bevölkerung katholischen Glaubens: 83% Prozent sind römisch-katholisch und weitere 10 Prozent gehören einer anderen christlichen Konfession oder identifizieren sich mit dem Christentum. Infolgedessen gibt es dort eine endlose Reihe von Ostertraditionen zu feiern. Ostern oder „Pascua“ ist viel mehr als nur der Ostersonntag: Die Feierlichkeiten erstrecken sich über 2 Wochen und jeden Tag wird anders gefeiert.

Die Semana Santa, oder “Heilige Woche” ist die Woche vor Ostern.  Die wichtigste Tage sind: 

Der Palmsonntag (Domingo de Ramos) verdankt seinen Namen Jesus Einzug in Jerusalem, wo ihm die Massen Palmen zu Füßen hinlegten. Auf der Straße werden aufwändig geflochtene Kränze verkauft, die später an den Haustüren aufgehängt werden, um das Böse abzuwehren.

Palmas de Domingo de Ramos

Der Karmittwoch (Miercoles Santo): Die Stadt Zaachila feiert den Karmittwoch, indem die Kirchen mit besonderen Pflanzen schmückt, die von der Sierra (den Bergen) in die Stadt getragen werden.

Gründonnerstag (Jueves Santo): Heute wird des letzten Abendmahls gedacht, das Jesus mit seinen Jüngern geteilt hat, sowie Judas Verrat. In der Stadt Oaxaca ist es Tradition, an diesem Tag sieben Kirchen zu besuchen. Außerhalb der Kirchen werden neben Kerzen und Heiligenbildern auch typisches Essen, wie zum Beispiel „Capirotada“ (Rezept bei uns hier) und Getränke verkauft.

Der Karfreitag (Viernes Santo) erinnert an die Kreuzigung, den Tod und die Beerdigung Jesu. In den Straßen finden stille Prozessionen statt.

Procesión del Silencio

Der Ostersamstag (Sabado Santo) erinnert an den Tag, an dem Jesus im Grab ruhte. Einige Gemeinden feiern, indem sie Puppen mit Abbildungen von Judas verbrennen. Für viele Familien ist jedoch der Ostersamstag ein Tag der Entspannung.

Der Ostersonntag (Domingo de Resurrección oder Pascua) erinnert an die Auferstehung Jesu. Osterhasen oder Schokoladeneier gibt es in Mexiko nicht zum Ostersonntag. Die Mexikaner besuchen Gottesdienste und feiern ruhig mit der Famile. In einigen Orten gibt es allerdings Feste mit Feuerwerk und jubelnde Prozessionen mit Musik und Tanz.

Santuario de La Divina Misericordia, Tocuila

Die Woche nach Ostern heißt „Semana de Pascua“. Da die Schulen in Mexiko zu Ostern zweiwöchige Osterferien haben, ist diese Zeit für die Mexikaner eine willkommene Frühlingspause. Ostern ist in der Regel die trockenste Zeit des Jahres, so dass die Strände ein Magnet für diejenigen sind, die die heißen Straßen der Städten entkommen möchten.